Zugegeben, «Verpackung aus Papier und Licht» klingt im ersten Moment wie eine Werbung für ein esoterik Seminar. Aber keine Sorge – hier geht es nicht um metaphysische Phänomene, sondern um Tüfteln, Engineering, unzählige Prototypen und die obsessive Frage: Wie viel kann man eigentlich weglassen, bevor es nicht mehr funktioniert?
Ein A4-Blatt. Sonst nichts. Wirklich.
Die Versandverpackung von True Pits besteht aus genau einem A4-Papier. Punkt.
Keine Tinte. Kein Etikett. Kein Klebeband. Kein Plastik.
Puristischer geht’s kaum – außer du bietest dein Deodorant als Fernbehandlung an. Somit ist nicht nur das Produkt und die Dose, sondern auch die Versandverpackung komplett plastikfrei, minimalistisch und recyclebar.
Software für maximale Effizienz
Jetzt wird’s technisch: Um diese minimalistische Vision Realität werden zu lassen, haben wir eine Software entwickelt, die praktisch alles automatisiert:
- Schritt 1: Neue Bestellung im Webshop? Die Software zieht sich die Daten automatisch aus der Datenbank des Webshops.
- Schritt 2: WebStamps der Swiss Post werden automatisch eingelesen, um daraus die Datenmatrix und Beschriftung zu generieren.
- Schritt 3: Alles wird zusammengefügt in Anweisungen, die der Laser versteht
- Schritt 4: Ein Klick genügt und der Laser wird direkt aus der Software gestartet.

Licht schneidet Papier
Mit einer selbst dafür optimierten Laser-Maschine wird die komplette Verpackung hergestellt:
- Schneiden
- Perforieren
- Beschriften
- Frankieren
Alles gleichzeitig und nur mit konzentrierter Lichtenergie. Danach muss die Verpackung nur noch zusammengefaltet werden, Deo-Dose(n) rein und ab zur Post.

Energie und Umwelt
Wir haben nachgemessen: Der gesamte Laserprozess für eine Verpackung verbraucht gerade mal 9.9 Wh oder 0.0099 kWh (Kilowattstunden). Klingt abstrakt? Rechnen wir es in Geld um: Bei einem Strompreis von 0.25 CHF pro kWh kostet uns die Energie für eine Verpackung etwa 0.0025 CHF. Also ein Viertel Rappen. Oder anders gesagt: Sehr wenig!
Und das Beste: Alles lokal vor Ort. Die Verpackung muss nach der Herstellung nicht von China in die Schweiz transportiert werden. Dann würde die Energiebilanz noch einmal ganz anders aussehen.
Die Dicke macht den Unterschied
Die Deo-Dose und die Verpackung sind so designt, dass das fertige Päckchen knapp 20 mm dick ist. Warum? Weil es dann als Brief verschickt werden kann! Das bedeutet minimale Versandkosten, die wir direkt an den Kunden weitergeben können. Ein bis zwei Deo-Dosen passen in eine Verpackung.
All dies ist nicht isoliert, sondern als Gesamtkonzept entwickelt worden: Die Dose, die Verpackung, die Auftragsbearbeitung – ein choreografisches Zusammenspiel aus Produktdesign, Produktion und Logistik.
»Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.«

Genau das war unser Ziel. Wir haben so lange reduziert, optimiert und verfeinert, bis nur noch das Nötigste übrigblieb – und es trotzdem (oder gerade deshalb) funktioniert. Willkommen bei True Pits. Wo weniger mehr ist (auch passend dazu ein anderer Blog-Beitrag: Zu klein oder genau richtig?).
Kennst du ein vergleichbares Produkt?
Ernsthaft, wir fragen uns das auch manchmal: Gibt es da draussen ein anderes Produkt, das so minimalistisch und komplett plastikfrei versendet wird? Falls ja, schreib uns – wir würden uns gerne austauschen.
P.S.: Fragst du dich, ob wir bei all dem Optimieren manchmal den Verstand verloren haben – die Antwort ist: Innovation braucht ein wenig gesunden Wahnsinn, oder?


